Nach fast einem Jahrzehnt voller Verluste im Hause Sony plant das Unternehmen nun eine Kehrtwende – die Elektroniksparte soll nahezu vollständig weichen, übrig bliebe die Unterhaltungsbranche.
Als Kazuo Hirai 2012 den Posten als CEO von Sony übernahm, hatte er eine Vision zu vermitteln: Die Strategie des Unternehmens werde fortan "Ein Sony" lauten, sprich – eine Firma, alle Produkte.
Bereits zwei Jahre später war davon wenig übrig geblieben. Die defizitäre Laptop-Sparte unter der Marke "VAIO" wurde an eine Investementfirma weiterveräußert, lediglich ein Minderheitsanteil verblieb an dem neu geschaffenen unabhängigen Unternehmen. Wie Sony nun bekannt gab, wird es dabei jedoch nicht bleiben.
Sony will aufräumen – und Gewinne einfahren
Im Rahmen einer Investorenkonferenz gab Hirai bekannt, dass die Audio- und Videosparte ausgegliedert werde – unter diese fällt unter anderem die Produktion von Kopfhörern sowie Blu-ray-Playern. Langfristig überlege man sogar den Verkauf der gesamten TV- und Smartphone-Sparte, man wolle sich komplett auf seine profitablen Geschäftsbereiche konzentrieren.
Seit nahezu einem Jahrzehnt fährt Sony Verluste ein, lediglich einige positive Quartalszahlen stellten die Investoren ruhig. Bereits innerhalb der nächsten drei Jahre wolle man einen jährlichen Profit von 500 Milliarden Yen einfahren – indem man sich komplett auf seine drei Kernbereich beruht: Unterhaltung, Gaming und Bildsensoren.
Letztere werden unter anderem an Hersteller wie Apple verkauft, auch in Autos finden sie bei einigen Modellen Verwendung. 2013 bekam Sony den Vorschlag einer Investementfirma zu hören, dass man doch bitte die Unterhaltungsbranche verkaufen solle – Hirai schlug dies aus, nun soll diese als eine der drei primärem Sektoren Sonys gelten.
Im zweiten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres 2014 wurde deutlich, dass der Verkauf der Mobilsparte immer wahrscheinlicher scheint. Während einige Bereiche überaus profitabel erschienen, machte das Geschäft mit Smartphones und Tablets einen Verlust von satten 1,578 Milliarden Dollar. Würde diese verkauft werden, wäre die Zementierung der zu den neuen Kernbereichen erhobenen Sparten endgültig:
– Sony Pictures Entertainment/Sony Music Entertainment
– PlayStation
– Bildsensoren für Geräte wie das iPhone
Gerade bei der letzteren Tätigkeit wäre anzunehmen, dass Sony in naher Zukunft auch diese weiterveräußert oder sogar komplett einstampft. Sollte sich Apple dazu entscheiden, einen anderen Hersteller zu bevorzugen, fiele der Hauptabnehmer der Bildsensoren weg – der Todesstoß für die Sparte.