In gut vier Wochen erwartet uns mit Marvel’s Guardians of the Galaxy ein neues Superhelden-Abenteuer aus dem Hause Square Enix. Wir hatten kürzlich die Gelegenheit, Star-Lord und sein Team auf einer kompletten Mission zu begleiten und so einen besseren Eindruck vom Action-Adventure zu erhalten. Wie uns der Ausflug in die Weiten des Weltalls gefallen hat, das erfahrt ihr in den nachfolgenden Zeilen.
Ich habe da ein ganz mieses Gefühl…
Genauer durften wir uns am PC im 5. Kapitel des Spiels austoben, das ihr ungefähr nach vier Stunden Spielzeit erreichen sollt. Nach einem Treffen mit Lady Hellbender, die wir im ersten Trailer zum Titel bereits sahen, befindet sich die Antihelden-Truppe nun auf dem Weg zu einem Außenposten des Nova Corps. Dort müssen sie eine Geldstrafe bezahlen, wenn sie nicht in große Schwierigkeiten kommen wollen.
Auf der Station angekommen, beschleicht die Guardians of the Galaxy jedoch zusehends ein ziemlich mieses Gefühl. Der Posten scheint unbesetzt zu sein, denn sie treffen auf keine Alienseele. Sie untersuchen also mehrere Räume, ehe sie letztendlich auf verschiedene Nova Corps-Mitglieder treffen, die von einem seltsamen lila Schimmer umgeben sind und eigenartige Dinge sagen. Ob die Guardians aus dieser Nummer wieder heile herauskommen können?
Grob gesagt lässt sich der von uns gespielte Abschnitt in zwei Teile aufspalten: In der ersten Hälfte liegt der Fokus klar auf der Erkundung der Umgebung, kleineren Rätseln und den Interaktionen innerhalb der Gruppe. Zunächst befinden wir uns noch an Bord der Milano, des Raumschiffs sowie Zuhauses des Teams. Hier können wir uns mit Drax, Gamora, Groot und Rocket unterhalten, einige Räume begutachten und an der Werkbank unsere Ausrüstung mittels Perks verbessern. Bereits hier wird ersichtlich, wie gekonnt die Macher die Wesenszüge der Guardians einfangen konnten.
Die Möglichkeit, mit den Teammitgliedern zu sprechen ist dabei auch für das Vorankommen innerhalb der Level überaus wichtig. Es mussten etwa ab und an Terminals gehackt und auch kleinere Rätsel gelöst werden, bei denen uns zumeist Rocket etwas widerwillig unter die Arme griff. Einige Entscheidungen beeinflussen dabei auch, wie die Guardians ihren Anführer Star-Lord wahrnehmen, was sich auf die Teamdynamik und den Story-Verlauf auswirken könnte. Wie umfangreich dies am Ende ausfallen wird, ließ sich jedoch mittels der Preview-Version nicht abschätzen.
Teamwork is king!
Die eben erwähnten Rätsel sorgen dabei für etwas Abwechslung und setzen nicht nur eine gute Kombinationsgabe, sondern ebenfalls den geschickten Einsatz eurer Fähigkeiten und Waffen voraus. Einmal war es zum Beispiel nötig, eine Konsole von einer Wand zu schießen und den Mechanismus dahinter mit Star-Lords Waffe zu vereisen. Wirklich überfordern dürfte das wohl niemanden. Apropos Waffen: Natürlich wollen auch eure Argumentationsverstärker geschickt eingesetzt werden, vor allem in den Kämpfen, die uns in der zweiten Hälfte der Anspielfassung erwarteten.
Wir kämpften gegen verschiedene Gegnertypen, die allesamt dem Nova Corps angehörten. Die Standardgegner hatten Schusswaffen und gingen zum Nahkampf über, wenn wir zu dicht an ihnen dran waren. Allzu gefährlich waren sie jedoch nicht, sondern drängten uns eher aufgrund ihrer Überzahl kurzzeitig in die Enge. Probleme bekamen wir erst im späteren Verlauf unserer Anspielversion, als wir uns mit muskulösen Gegnern auseinandersetzen mussten, die einen Schild hatten, während Fußsoldaten uns attackierten und andere Gegner aus der Entfernung Granaten warfen.
Hier merkten wir schnell, dass auch in den Kämpfen Teamwork Trumpf ist. Wir dürfen in „Marvel’s Guardians of the Galaxy“ zwar nur Star-Lord steuern, doch dafür Gamora & Co. kurze Kommandos geben. Wenn wir einen Feind anvisieren und anschließend ins Befehlsmenü gehen, können wir so einen Spezialangriff triggern. Wichtig ist es hierbei auch, die sogenannte Stagger Bar, eine weiße Linie unter der Lebensenergie der Gegner, aufzufüllen. Sind wir hierbei erfolgreich, taumeln die Gegner kurz und sind für wenige Augenblicke ungeschützt unseren Attacken ausgeliefert.
Sind die Aktionen dabei besonders kraftvoll, können wir im Laufe des Kampfes auch sehr durchschlagskräftige Angriffe anbringen, die durch kleine Quick-Time-Events ausgelöst werden. Darüber hinaus können wir so irgendwann einen sogenannten Call to Action auslösen: Hierbei versammelt Star-Lord seine Freunde um sich und hält, ausgehend von einer von zwei möglichen Dialogoptionen, eine kleine Rede, die sein Team motivieren soll. Haben wir die richtige Wahl getroffen, steigert dies kurzzeitig die Angriffskraft der Guardians und sie können die Gegner einfacher erledigen.
Liebe zum Detail
All unsere Manöver sehen dabei nicht nur kraftvoll, sondern auch ziemlich geschmeidig aus. Die Animationen sind den Machern in „Marvel’s Guardians oft the Galaxy“ sehr gut gelungen und jeder Treffer, egal ob wir diesen austeilen oder einstecken, erzeugt ein ordentliches Feedback. Auch unsere Ausweichmoves, die wir mittels Schubdüsen an Star-Lords Stiefeln ausführen, sind gut gelungen und darüber hinaus unerlässlich, um die Kontrolle in den Kämpfen zu erlangen.
All dies spielt sich nicht nur schön geschmeidig und geht bereits nach kurzer Zeit in Fleisch und Blut über, sondern sieht auch ziemlich schick aus. Zunächst fallen die toll gestalteten Charaktere ins Auge, die zwar optisch an ihre Comic-Vorbilder angelehnt sind, vom Team allerdings einen ganz eigenen Touch verliehen bekamen. Es ist eine eigenständige Version der bekannten Figuren, die sich gleichzeitig vertraut und frisch anfühlt. Bevorzugt ihr dennoch den klassischen Look, dann dürft ihr euch auf einige bekannte Outfits aus den Comics und auch Kinofilmen freuen.
Doch nicht nur die Charaktermodelle sind gut gelungen, sondern ebenso die Umgebungen. Die toll gestaltete Milano haben wir bereits erwähnt, doch auch die Nova Corps-Station ist schön modelliert und glänzt mit vielen versteckten Details. Hierzu zählen ebenfalls einige geheime Dialoge zwischen den Guardians, die entdeckt werden wollen. Des Weiteren weiß ebenfalls der Soundtrack zu überzeugen, der während der Erkundung schön atmosphärisch war, jedoch auch einige Rock-Klassiker von A-HA, Billy Idol, Iron Maiden und KISS enthält. Eine tolle Mischung!
Fazit:
Wie ihr bis hierhin bereits bemerkt haben dürftet, sind wir von unserer Zeit mit „Marvel’s Guardians of the Galaxy“ wirklich sehr angetan. Die Antihelden-Truppe versprüht auch in diesem Videospiel-Abenteuer jede Menge Charme und dürfte somit nicht nur alte Fans glücklich machen, sondern auch neue erreichen. Dabei ist es natürlich ebenfalls hilfreich, dass die verschiedenen Gameplay-Elemente bereits gut ineinanderzugreifen scheinen und sich die Themen Familie und Teamwork wie ein roter Faden durch sämtliche Facetten des Games ziehen.
Allerdings bleibt noch abzuwarten, wie spaßig diese verschiedenen Bausteine über die komplette Spielzeit sind und ob sie das gezeigte Niveau konstant gehalten werden können. Kann die Story überzeugen? Wie entwickeln sich die Charaktere und das Kampfsystem? All dies sind Fragen, die nur das fertige Spiel beantworten kann, doch wir sind zuversichtlich, dass uns am 26. Oktober 2021 ein Titel mit großem Potential erwartet.